Outside Oblivion                  

Europäischer Monat der Photographie, November 2010
European month of photographie, November 2010

brick5

Opening: 26.11.2010 7:00 pm
Duration: 27.11.- 5.12.2010

Performance at the opening: Annette Tesarek feat. friends 8:00 pm

 

Artists:
Agnes Hamvas, Bettina Letz, Marta Mikulec, Astrid Sodomka, Annette Tesarek,
Anna Watzinger  Barnabas Huber, Markus Guschlbauer, Johann Sifkovits,
Tiberius Stanciu, Klaus Pamminger, Marcus Zobl

 

Curator: Denise Parizek

Ort: brick5, 1150 Wien, Fünfhausgasse 5
Öffnungszeiten: Di-Fr. 16-20 Uhr, Sa. & So. 11-16 Uhr

Um unsere Gesellschaft zu ändern, brauchen wir KünstlerInnen und ihre uneingeschränkte Kooperation.
Gegen jede Chance für ein Leben außerhalb der Vergessen(heit).

For changes in our society, we need artists and their unrestricted cooperation.
Against all odds for a life outside oblivion.

 

 
Marcus Zobl

 
Markus Guschelbauer


Barnabas Huber, Video

 
Barnabas Huber

 

 
Astrid Sodomka                                                                      Klaus Pamminger

            
Klaus Pamminger

 

 
Bettina Letz                                                                      Marta Mikulec

 

 
Agnes Hamvas                                                          Annette Tesarek

 
Johann Sifkovits                                                               Tiberius Stanciu

Oblivion ist ein altes englisches Wort für Vergessen(heit), welches Menschen beschreibt, die in einer Art Zwischenwelt leben, von der Gesellschaft vergessen, sich ihrer nicht wirklich selbst bewusst, in eine Art Rahmen gepackt, selbstvergessen. Von Außen betrachtet hat die Gesellschaft die Existenz dieser Menschen ebenfalls vergessen.
Für die Existenzen am Rande unserer Gesellschaft spielt Schnelligkeit keine Rolle mehr.
Alle, die nicht dem Tempo des Zeitgeistes entsprechen, werden aussortiert.
Eine Katastrophe, ein Krieg, eine Finanzkrise jagt die andere, jeden Tag eine neue Horrorgeschichte für die sich in Sicherheit wähnenden Leser und Zuschauer.

Schneller, brutaler, bunter, billiger, besser, größer sind die Devisen.

Marta Mikulec fasziniert das Tempo und die augenscheinliche Aufnahmefähigkeit des Gehirns.
Mittels der angesammelten Fotoarbeiten von Strukturen der Dinge, Linien, Kratzer, Gräben, Beulen,
setzt die Künstlerin alle ihre Bilder zu einer virtueller Diashow zusammen.
3900 Dias werden innerhalb von 1 Minute abgespult. Für unser Auge verschwimmen sie zu einem  Film.
Marta Mikulec  lotet  das Wahrnehmungsvermögen des Rezipienten durch eine absolute
Bilderflut an Fotografien aus. Die Programmierung beinhaltet eine Art Zufallsgenerator, der die Bilderfolge immer wieder neu abmischt. Durch das Tempo der Dias werden einzelne Standfoto zu einem Film zusammengesetzt, das Auge kann die einzelnen Stationen nicht mehr wahrnehmen. Diese Hybridform, zwischen Fotografie und Film, ist eine Präsentationsform, die sich fürs Netz und die Sehgewohnheiten in der virtuellen Welt eignet, weil der Betrachter mit erhöhtem Tempo rechnet, daran gewohnt ist.

 "24fps," Marta Mikulec, 2010
 
Video,  detail

24fps is an interactive slideshow-loop based on 3000 photographs being shown at a frame rate
of 24 pictures per second. switching frames at this speed means the idea behind photography of
freezing memories gets lost. the human brain tries to find a story, a red line, a still.

 

  

  "disposition 1", Klaus Pamminger, 2010
  
Installationsteile: Led-Leuchtkasten, Stuhl, Ledermantelrest, Vogelkäfig (braun lackiert),
   (HD-)Projektion   "ri-m#08_Th", Sound

 

 

      

     "Winter", Markus Guschlbauer, 2010
      C-Print

- man kann sich nicht mehr genau erinnern, aber auch nicht ganz vergessen

 


"die tauben gibt es", Astrid Sodomka
Rauminstallation, C-Print/Schaumplatten kachiert, 2010

die tauben gibt es; die träumer, die puppen 
die töter gibt es; die tauben, die tauben; 
dunst, dioxin und die tage; die tage 
gibt es; die tage den tod; und die gedichte 
gibt es; die gedichte, die tage, den tod 
(Inger Christensen, Alphabet)

doves exist, dreamers, and dolls;
killers exist, and doves, and doves;
haze, dioxin, and days; days
exist, days and death; and poems
exist; poems, days, death
(Inger Christensen, alphabet)


        
 
"Balance", Barnabas Huber, 2010
    Photgraphie/porous printing

 

 

       
          

  "Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins", Agnes Hamvas, 2010
   Pigmentdruck/Spezialpapier

 

 

"Ohne Inhalt - artificial", Tiberius Stanciu, 2010
C-Print

Existing where there is nothing is the meaning of the phrase, "form is emptiness."
 

      

       
   
"Talking to you!", Annette Tesarek, 2010
    Performance und C-Print

Auf Spielplätzen der Überblendung ziehen authentisch anmutende
UN-DIA-LOGISCHE Situationen vorüber.
Unrealistischreale Szenarien werden zum Znetrum aller Handelnden.
Emotionen bleiben.

 

   

    "HAZATEIA II" Anna Watzinger, 2010
   
Collage/C-Print/gerahmt,
Auflage 5

Die Arbeit versucht die Schatten der Vergessenen in Form eines hybriden Portraits in einem neuen Licht darzustellen.
The artwork attempts to express "the shadows of oblivion" through its hybrid countenance in a different adducent appearance.

Die Fotoarbeit vereinigt mittels digitaler Bildbearbeitung sechs verschiedene Portraits von sechs verschiednen Momenten in Raum und Zeit, deren physische Wirklichkeit in sechs verschiedenen Biographien verankert ist.
Die Verdichtung des Materials ermöglicht eine Erweiterung der Wahrnehumng in der Wirklichkeit.
Das hybride Antlitz, welches sich einem voyeuristischen Blick auf der Suche nach eindeutigen visuellen und biographischen Merkmalen entzieht, möchte vielmehr die Wahrnehmung in die Wirklichkeit (von unterschiedlichen Lebensumständen) zurückführen.


“outside oblivion”, Marcus Zobl, 2010
Superslide 4×4 cm


 

 

   
  "Die Ordnung der Dinge", Bettina Letz, 2008
   C-Print
s

Wo hört die Natürlichkeit auf, wo fängt die Künstlichkeit an? Die Domäne der Artefakte durchdringt immer mehr den Bereich der Natur, die Grenzen beginnen zu verschwimmen. Nicht nur die Umwelt wird an die Bedürfnisse des Menschen angepasst, auch der Menschen wird in sein Umfeld eingepasst.